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JOURNALISM - Interviews


PORTRÄT I PORTRAIT - Buzzo Spinelli Architecture, Corse/FR
Die beiden Architekten Isabelle Buzzo und Jean-Philippe Spinelli, die 2014 zusammen das Büro Buzzo Spinelli Architecture gründeten, haben trotz ihrer Jugend ein beachtliches Portfolio erarbeiten können.
Les deux architectes Isabelle Buzzo et Jean-Philippe Spinelli qui ont fondé ensemble le bureau Buzzo Spinelli Architecture en 2014 ont pu constituer un important portefeuille en dépit de leur jeunesse. [...]



Manuelle Gautrand © Joëlle Dollé
INTERVIEW - Manuelle Gautrand
Manuelle Gautrand kann in ihrem Curriculum auch auf einen Aufenthalt in Österreich verweisen, im Studienjahr 2008/2009 leitete sie das Entwurfsstudio „aspern City“ für Masterstudenten an der TU Wien. Seit damals ist es ihrem Pariser Büro gelungen, eine Vielzahl von Projekten in Frankreich, aber auch im Ausland zu realisieren. [...]










J. Meuwissen © Larry R. Williams
INTERVIEW - Joost Meuwissen
Stadtplanung mit der ihr inhärenten Diskussionsebne und der steten Suche nach geeigneten Theorien und Visionen für das Zusammenleben in unserer verstädterten Gesellschaft ist eine ebenso faszinierende wie leidenschaftliche Tätigkeit. [...]











Wiel Arets © Jan Bitter
INTERVIEW - Wiel Arets Architects (WAA)
Während der Bausektor in den Niederlanden nach wie vor von der schweren Wirtschaftskrise gezeichnet ist, entwickelt Wiel Arets in seiner Funktion als Dekan der Architekturfakultät des Illinois Institute of Technology (IIT) Visionen einer zukünftigen Stadt. [...]











Ryan W. Kennihan © Alice Clancy
INTERVIEW - Ryan W. Kennihan Architects
Die Jury des Royal Institute of Architects of Ireland (RIAI) argumentierte die Verleihung des Best Emerging ­Practice Award 2011 an Ryan W. Kennihan Architects mit den starken Ideen und der klaren Architekturauffassung, für die das junge Büro stehe und die sich auch in der guten Ausführung von deren Projekten manifestiere. [...]









   Strobl sen. und jun. © Larry R. Williams
INTERVIEW - Strobl Architektur
In ihrer Begründung zur Verleihung des Holzbaupreises 2010 für Innovative Holzanwendungen zeigte sich die Juryvorsitzende Irmgard Frank von den vielfältigen Qualitäten der Kinderkrippe in der Schönbrunngasse in Graz beeindruckt. Dem Büro Strobl Architektur aus Graz sei es ­gelungen, den Neubau mit viel Sensibilität und unter optimaler Ausnutzung der bestehenden Topografie in den Landschaftspark einzubinden, meinte Frank. [...]








E. Combarel und D. Marrec © ECDM
INTERVIEW - Emmanuel Combarel und Domi­nique Marrec (ECDM)
ECDM umschreiben ihre Architektur als die Materialisierung einer konstanten und tiefgehenden Analyse der Entwicklungen und Mutationen unserer Lebensumgebung und unserer Gesellschaft. Der Reichtum und die Vielfalt ihrer Projekte entstehen durch die Strukturierung ihrer Haltung gegenüber dem Kontext und durch die Hierarchisierung der Problemstellungen, die das Programm und der Ort implizieren. [...]





Thomas Pucher © Michael Gries
INTERVIEW - Atelier Thomas Pucher
Eine Zentralschule in Amstetten, das neue LKH Salzburg, eine Musikakademie in Tallinn, ein Konzerthaus in Warschau, 54 Wohntürme in Tianjin – um nur einige der aktuellen Projekte aus dem Portfolio des Ateliers Thomas Pucher zu nennen – steigern die Neugier, wer sich hinter diesem jungen Atelier in der Steiermark verbirgt, wie derjenige es schafft, zu einem derart beeindruckenden Portfolio an internationalen Großprojekten zu kommen und diese auch planungs- und umsetzungstechnisch zu meistern. [...] 







Y. Farrell und S. McNamara © Alice Clancy
INTERVIEW - Grafton architects
Mit der Realisierung und den zahlreichen Auszeichnung für das Luigi Bocconi Universitätsgebäude in Mailand ist die Arbeit von Grafton architects international bekannt geworden. Trotz der Bekanntheit, zeigt sich Yvonne ­Farrell, Mitbegründerin des Büros, als bedachte Person, die ihre Arbeit als Architektin mit jedem Tag mehr zu schätzen weiß. [...]









BWM Architekten © Larry Williams
INTERVIEW - BWM Architekten
Shops, Hotels, Messestände, temporäre und permanente Ausstellungen Geschäfts- und Wohnbauten – das Portfolio von BWM Architekten und Partner ist sehr umfangreich und vielfältig. Die große Bandbreite ihrer Projekte spiegelt die Arbeitsphilosophie und Begeisterungsfähigkeit dieses jungen und dynamischen Büros sehr gut wieder. [...]












H. Wolfmayr u. J. Saller © L. Williams
INTERVIEW - heri&salli
Heribert Wolfmayr und Josef Saller beschreiben ihre Projekte als eine Arbeit von „architektonischen, räumlichen und temporären Konzepten, welche ihr tatsächliches Ziel erst im realisierten, dem Menschen gegenübergestellten Objekt erreichen". Sie argumentieren, dass das Material erst durch sein Gegenüber seinen Sinn und seine ­Aufgabe erhält und der Mensch als aktiver Teil immer wieder zur Ursache für ein architektonisches Konzept wird. [...]







J. Eyre u. C. Wilkinson © T. Soar
INTERVIEW - Wilkinson Eyre Architects
Die Bauten von Wilkinson Eyre besitzen ohne Zweifel alle Merkmale einer ingenieursmäßigen Architektur aus Stahl und Glas. Mithilfe zeitgemäßer Technologien entwerfen sie komplexe geometrische Konstruktionen, die ganz bewusst mit dem Widerspruch zwischen der soliden Konstruktion und der Leichtigkeit ihrer äußeren Erscheinung spielen. [...]









Bjarne Mastenbroek © M. Corbijn
INTERVIEW - SeArch
SeArch ist Teil einer sehr erfolgreichen, jungen Generation niederländischer Architekturbüros. Mit der eingegrabenen Villa Vals in der Schweiz, einen Steinwurf von der Therme Vals von Peter Zumthor entfernt, hat sich der Gründer Bjarne Mastenbroek in den vergangenen Monaten wieder in die Erinnerung der Architekturwelt gerufen. Im Gespräch entpuppt er sich als eine sehr pragmatische Persönlichkeit mit klaren Ideen über die Funktion der Architektur und des Architekten. [...]







Kees Kaan © H. Ochmann
INTERVIEW - Kees Kaan
Nach Jahren erfolgreicher Praxis und der Realisierung einer Vielzahl von richtungsweisenden Gebäuden weiß Kees Kaan heute, dass man gute Architektur per se nicht entwerfen kann, sondern dass es in erster Linie entscheidend ist, mit diesem Anspruch vor Augen zu arbeiten. Gute Gebäude entstehen seiner Meinung nach durch konzentriertes Arbeiten und durch das permanente Treffen von (richtigen) Entscheidungen. [...]









Michael Zinganel © S. Jappel
INTERVIEW - Michael Zinganel
Liest man die Biografie von Michael Zinganel und erforscht den Reichtum seiner Arbeiten und Veröffentlichungen im Crossover zwischen Stadt-, Sozial- und Geschichtsforschung, wird einem bewusst, dass seine Außergewöhnlichkeit und Innovationskraft wohl darin besteht, nicht klar zuordenbar zu sein. [...]










Girasole ©  ASAA
WERKSTATT - Atelier Seraji Architectes & Associés
Nasrine Seraji ist gleichzeitig Professorin und praktizierende  Architektin. Ihr Engagement als Direktorin der Ecole Nationale Supérieure d‘Architecture de Paris Malaquais und Leiterin des Instituts für Kunst und Architektur an der Akademie der Bildenden Künste in Wien versucht sie ebenso mit 100 prozentigem Einsatz zu erfüllen wie ihre Aufgaben als praktizierende Partnerin des ASAA. [...]




C. Vezzoni u. P. Laporte © A. Abidat
INTERVIEW - Corinne Vezzoni und Pascal Laporte
Corinne Vezzoni und Pascal Laporte setzen sich seit der Gründung ihres Büros intensiv mit den Grundlagen des nachhaltigen Bauens auseinander. Seit Beginn ihrer Arbeit fordern sie, dass der Entwurf eines nachhaltigen Gebäudes nicht auf Kosten der Architektur gehen darf, was sie auch konsequent in ihren Bauwerken umsetzen. [...]
 




Erick van Egeraat © H. Krane
INTERVIEW - Erick van Egeraat
Erick van Egeraat wurde in Österreich Anfang der 1990er-Jahre mit dem spektakulären Umbau eines klassizistischen Gebäudes zum Hauptsitzes der ING-Bank in Budapest bekannt. Nach dem Neustart seines Büros unter dem Namen (designed by) Erick van Egeraat ist er heute in Osteuropa, namentlich in Russland, aktiver als je zuvor. [...]




Marc Barani © G. F. Bergeret
INTERVIEW - Atelier Marc Barani
Marc Barani hat durch den Prix de l’Équerre d’Argent in Frankreich, aber auch durch die Nominierung zum Mies-van-der-Rohe-Preis für sein umfangreiches gestalterisches Repertoire internationale Anerkennung bekommen. Sein Wissen als Bühnenbildner und seine Herkunft aus Roquebrune-Cap-Martin übersetzt er in spannende Gebäude mit theatralischem Charakter. [...]









Alejandro Zaera-Polo © B. Cells
INTERVIEW - Alejandro Zaera-Polo
Die Wirtschaftskrise hat für Architekturbüros weitreichende Folgen. In vielen Fällen ist sie zum Auslöser oder Verstärker einer grundlegenden Neuorganisation und Neuorientierung der Büros geworden. Alejandro Zaera-Polo, Mitbegründer von Foreign Office Architects, steht heute vor dem Neustart eines eigenen Büros. Ein passender Moment, um über neue Strategien und bleibende architektonische und politische Überzeugungen zu sprechen. [...]








A. Kempe u. O. Thill © R. Vogel
INTERVIEW - Atelier Kempe Thill
Nach einem gewonnenen EUROPAN haben es die beiden deutschen Archiekten André Kempe und Oliver Thill geschafft ihr Büro in Rotterdam zu etablieren und sich durch ihre sachliche Architektur sukzessive eine Position in der holländischen Architekturlandschaft zu sichern, von wo aus sie heute auch erfolgreich in Deutschland, Österreich oder Belgien operieren. [...]









Ben van Berkel © K. Breukel
INTERVIEW - Ben van Berkel
Erstmals machte Ben van Berkel durch den Bau der Erasmus-Brücke 1996 in Rotterdam auf sich aufmerksam. Seit damals haben van Berkel und Caroline Bos – heute UN Studio – mit weiteren Infrastrukturbauten, Einkaufszentren, Theater- und Museumsbauten sowie privaten Villen gezeigt, dass sie alle Programmregister beherrschen. Sie haben sich mit ihrer richtungsweisenden Architektursprache eine Position unter den bedeutendsten Architekten der Welt gesichert. [...]







VISO 06-2017 – THEMA / THÈME – Buzzo Spinelli Architecture, Corse/FR



Die langgestreckte und schmale Werkstatt folgt in mehreren Knicken der Umrisslinie der Kalksteinwand des dahinterliegenden Felsabsturzes.
 L'atelier pour les pêcheurs étroit et tout en longueur suit, avec plusieurs coudes, les lignes de contour de la paroi calcaire de la falaise rocheuse située derrière.

Die richtige Balance I Le juste équilibre
  Die beiden Architekten Isabelle Buzzo und Jean-Philippe Spinelli, die 2014 zusammen das Büro Buzzo Spinelli Architecture gründeten, haben in den rund sieben Jahren seit der Erlangung ihrer Architekturdiplome an der École Nationale Supérieure d’Architecture de Marseille (ENSA-M) und trotz ihrer Jugend ein beachtliches Portfolio erarbeiten können.

    Les deux architectes Isabelle Buzzo et Jean-Philippe Spinelli qui ont fondé ensemble le bureau Buzzo Spinelli Architecture en 2014 ont pu, au cours d’environ sept années écoulées depuis l’obtention de leurs diplômes d’architecture à l’École Nationale Supérieure d’Architecture de Marseille (ENSA-M), se constituer un important portefeuille en dépit de leur jeunesse.

Text | Texte: Michael Koller
Fotos | Photos: Serge Demailly
Pläne | Plans: Buzzo Spinelli Architecture

Grundriss Erdgeschoss und Querschnitt «Maison des Pêcheurs»
Plan rez-de-chaussée et Coupe transversale«Maison des Pêcheurs»

Maison des Pêcheurs, eine Werkstatt für Fischer
    Das Korsische Architekturbüro Buzzo Spinelli erregte international Aufsehen durch die 2016 fertiggestellten «Maisons des Pêcheurs» in Bonifacio, der Heimatstadt von Isabelle Buzzo, am äussersten Südzipfel Korsikas.
  Das langgestreckte und schmale Bauwerk von 87 Metern Länge und einer Nettogeschossfläche von nur 320 Quadratmetern folgt in mehreren Knicken der Umrisslinie der Kalksteinwand des dahinterliegenden Felsabsturzes. In den vier orthogonalen Bauvolumen aus Sichtbeton sind 20 einfache Lager- und Werkstatträume von jeweils 10 Quadratmetern für die Fischer der Stadt untergebracht. Ein weit auskragendes und Schatten spendendes Dach fasst einzelne Bauvolumen optisch zu einem Gebäude zusammen. Das Dach wurde von den Architekten als teils begrünte, öffentlich zugängliche Promenade entworfen. Der Korsische Ausdruck «L’Ortu Duzzi» referiert auf den Garten, der sich ursprünglich an dieser Stelle befand. Die Dachpromenade ist über zwei offen geführte Treppen erreichbar, die in zwei Gebäudedurchbrüchen situiert sind. Die mittlere Gebäudeöffnung ist als schattiger Platz gestaltet, wobei ein rechteckiger Deckendurchbruch eine visuelle Verbindung zwischen der Promenade und dem Erdgeschoss herstellt.
   Die dreiseitig geschlossenen und zur Hafenpromenade hin geöffneten, zellenartigen Räume können mit geschosshohen Glastüren und Fixverglasungen sowie den aussenliegenden dreiteiligen Schiebetüren geschlossen werden.
    Mittels der sägerauen Brettschalung für die Ortbetonwände wollten Buzzo und Spinelli die horizontalen Kalksteinschichten der steil abfallenden Küsten in Erinnerung rufen. Die rötlich-braunen Niangon-Holzlamellen sind eine Referenz an das Holz, das traditionell im Schiffsbau verwendet wird.

Der hinter dem Bauwerk erhalten gebliebene, horizontal geschichtete Kalkfelsen ist in den Gebäudedurchbrüchen sichtbar. Buzzo Spinelli haben die horizontale Schichtung in der rohen Brettschalung des Betons wieder aufgenommen.
La falaise calcaire en strates horizontales qui a été conservée derrière le bâtiment est visible dans les percées de bâtiment. Les architectes Isabelle Buzzo et Jean-Philippe Spinelli ont repris la stratification horizontale dans le coffrage de bois brut du béton.

Maison des Pêcheurs, un atelier pour pêcheurs
    Le bureau d’architecture corse Buzzo Spinelli Architecture a fait sensation au niveau international avec les «maisons des pêcheurs» de Bonifacio, achevées en 2016 dans la ville natale d’Isabelle Buzzo, à l’extrême pointe sud de la Corse.
    Ce bâtiment étroit et tout en longueur, de 87 mètres de long et d’une surface nette de plancher de seulement 320 mètres carrés, suit, avec plusieurs coudes, les lignes de contour de la paroi calcaire de la falaise rocheuse située derrière. Les quatre volumes de construction orthogonaux en béton apparent abritent 20 espaces de stockage et ateliers tout simples de 10 mètres carrés chacun pour les pêcheurs de la ville. Un toit débordant largement qui donne de l’ombre réunit, sur le plan visuel, les différents volumes en un bâtiment. Le toit, qui est partiellement végétalisé, a été conçu par les architectes comme une promenade accessible au public. L’expression corse «L’Ortu Duzzi » fait référence au jardin qui se trouvait initialement à cet endroit. La promenade de toit est accessible par deux escaliers à ciel ouvert qui sont situés dans deux percées de bâtiment. L’ouverture centrale du bâtiment est agencée en place ombragée; une traversée de plafond rectangulaire crée un lien visuel entre la promenade et le rez-dechaussée.
    Les pièces de type alvéolaire, fermées sur trois côtés et ouvertes vers la promenade du port, peuvent être fermées par des portes en verre et des vitrages fixes de la hauteur du plafond ainsi que par des portes coulissantes en trois parties situées à l’extérieur.
     Avec le coffrage en bois brut de sciage pour les murs en béton coulé sur place, Isabelle Buzzo et Jean-Philippe Spinelli voulaient rappeler les strates de calcaire des côtes escarpées. Les lamelles en bois niangon de couleur brun-rouge sont une référence au bois qui est utilisé de manière traditionnelle pour la construction navale.

Die Villa V liegt im Landesinneren. Der Entwurf spielt mit unterschiedlichen Ausblicken auf die Landschaft.
La Villa V est située dans les terres. Sa conception joue avec différentes vues sur le paysage.

Villa V, eine Referenz an die südfranzösische Klosterarchitektur
   Bereits am Ort vorhandene Materialien zu verwenden, kennzeichnet die Projekte von Buzzo und Spinelli. Damit verwurzeln sie jedes Bauwerk mit seiner Umgebung. Der starke Bezug zur Landschaft beruht, nach Ansicht der Architekten, auf der aussergewöhnlichen Natur Korsikas. Auf relativ engem Raum finden sich eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen, unterschiedliche Mikroklimas und verschiedenartige Gesteinsformationen und -arten. Diese Vielfalt sowie die abwechslungsreiche Topografie beeinflussen die Architektur und die Menschen Korsikas seit jeher.
    Entsprechend der spezifischen, örtlichen Rahmenbedingungen verändern sich auch die Entwürfe und die Materialverwendung der einzelnen Projekte von Buzzo Spinelli. Während sie für die Villa V in Oletta sandgestrahlten Beton mit weissem Schotter als Referenz an die lokalen Sandsteinvorkommen verwendeten, kam bei der Villa A in Pietralba Granit für die Fassaden und Tuffstein für das Dach zum Einsatz.
     Die leicht erhöht gelegene Villa V präsentiert sich mit seiner beinah völlig geschlossenen West-, Ost- und Nordfassade als massives Bauwerk. Wie Jean-Philippe Spinelli betont, liegt dem Gebäude ein Konzept zugrunde, das an einen monolithischen Steinblock erinnern soll, der durch einen Bildhauer ausgehöhlt wurde. Der Bildhauer ist in diesem Falle mit dem Sonnenlicht gleichzusetzen.
     Der nordseitig gelegene und den Zimmern vorgelagerte Arkadengang bekundet das Interesse der Architekten an der Klosterarchitektur Südfrankreichs. Die zum Swimmingpool hin orientierte Südfassade wurde hingegen weitestgehend aufgerissen. Die Glasfront des Wohn- und Esszimmers ist wieder unter einen breiten Dachvorsprung zurückversetzt, die raumhohen Glasschiebetüren der Schlafzimmer sind in schattenbildende Nischen zurückversetzt und werden zusätzlich durch Holzfalttüren vor Überhitzung geschützt.

Lageplan «Villa V» - Plan de masse «Villa V»
Grundriss Erdgeschoss - Plan rez-de-chaussée
Schnitt - Coupe

Villa V, une référence à l’architecture monastique du sud de la France
     Le fait d’utiliser des matériaux qui existent déjà sur place caractérise les projets de Buzzo Spinelli Architecture. C’est ainsi qu’ils enracinent chaque ouvrage dans son environnement. Selon les architectes, la relation forte avec le paysage repose sur la nature exceptionnelle de la Corse. On y trouve, sur un espace relativement restreint, une multitude d’animaux et de plantes, différents microclimats et une grande variété de formations rocheuses et de types de roche. Cette diversité ainsi que la topographie diversifiée ont depuis toujours eu une influence sur l’architecture et les habitants de la Corse.
   Les conceptions et l’utilisation des matériaux pour les différents projets de Buzzo Spinelli Architecture varient tout autant selon les conditions-cadres locales spécifiques. Tandis qu’ils ont utilisé du béton sablé avec du gravier blanc pour la Villa V d’Oletta comme référence aux gisements de grès locaux, pour la Villa A à Pietralba, ils choisirent le granit pour les façades et du tuf pour le toit.
    La Villa V, située un peu en surplomb, se présente, avec sa façade ouest, est et nord quasiment entièrement fermée, comme un ouvrage massif. Comme le souligne Jean-Philippe Spinelli, ce bâtiment est basé sur un concept qui est censé rappeler un bloc de pierre monolithique qui a été creusé par un sculpteur. Dans ce cas, le sculpteur peut être assimilé à la lumière du soleil.
   Les arcades situées sur le côté nord et devant les pièces témoignent de l’intérêt porté par les architectes à l’architecture monastique du sud de la France. Par contre, la plus grande partie de la façade sud orientée vers la piscine a été démolie. La façade vitrée de la salle de séjour et à manger est à nouveau en retrait sous un large débord du toit, les portes coulissantes vitrées de la hauteur des chambres sont renfoncées dans des niches qui donnent de l’ombre et sont en plus protégées des excès de chaleur par des portes pliantes en bois.


Die Zwischenzonen in Form von weit auskragenden Dachüberständen und Arkadengängen spielen laut Jean-Philippe Spinelli in den Gebäudekonzepten und im heissen Klima Korsikas eine entscheidende Rolle.
Selon Jean-Philippe Spinelli, les zones intermédiaires sous forme d’avancées de toit nettement en porte-à-faux et d’arcades jouent un rôle décisif dans les concepts des bâtiments et dans le climat chaud de la Corse.

Raumprogramme hinterfragen
    Ihre wichtigste Aufgabe als Architekten sehen Buzzo und Spinelli im genauen inhaltlichen Analysieren und Hinterfrage der Raumprogramme, sowohl für öffentliche als auch private Auftraggeber. Nur so kann es ihrer Meinung nach gelingen, den Projekten einen Mehrwert zu geben und sie noch spezieller und spezifischer zu machen. Das gelang ihnen durch den Entwurf der Dachterrasse und der Hafenpromenade, sowie dem Hinzufügen des Sitzungsraumes und der Büroräume bei der Maison des Pêcheurs. Bei anderen Projekten wie der Villa V, gelingt dies durch die Materialverwendungen und Bautechniken, die sie zusammen mit den lokalen Baufirmen erarbeiten, obwohl dies oftmals eine grosse Herausforderung darstellt.
  Buzzo Spinellis Ziel ist, die Erfahrung aus Korsika für zukünftige Projekte auf den französischen Kontinent mitzunehmen und so auch der mitunter beengenden, familiären, wenngleich sehr sonnigen Arbeitsumgebung der Insel zu entkommen.


In den Zwischenräumen kann sich der menschliche Körper und vor allem das menschliche Auge an die Gegensätze zwischen dem gleissenden, heissen Sonnenlicht und den Schatten spendenden, kühlen Innenräumen anpassen.
C’est dans les espaces intermédiaires que le corps humain et surtout l’œil humain peuvent s’adapter aux contrastes entre la lumière du soleil chaude et éblouissante et les pièces intérieures fraîches et qui offrent de l’ombre.

Questionner les programmes d’aménagement
    Isabelle Buzzo et Jean-Philippe Spinelli considèrent que leur tâche la plus importante, en tant qu’architectes, est l’analyse précise du fond et le questionnement des programmes d’aménagement pour les mandants publics aussi bien que privés. Selon eux, c’est la seule façon de donner une plus-value aux projets et de les rendre encore plus distinctifs et plus spécifiques. Ils y sont arrivés par la conception de la terrasse de toit et de la promenade du port ainsi qu’avec l’ajout de la salle de réunion et des bureaux pour la Maison des Pêcheurs. Pour d’autres projets comme celui de la Villa V, ils y sont parvenus avec les matériaux utilisés et les techniques de construction élaborées ensemble avec les entreprises de construction locales bien que ceci constitue souvent un défi majeur.
    L’objectif de Buzzo Spinelli Architecture est d’emporter l’expérience acquise en Corse pour des projets futurs sur le continent français et d’échapper ainsi à l’environnement de travail familial, parfois confiné, quoique très ensoleillé de l’île.

Viso
Buzzo Spinelli Architecture

FORUM 04/2016 – INTERVIEW – Manuelle Gautrand, Paris/FR


Manuelle Gautrand © Joëlle Dollé

Eine Frage der Wahrnehmung
Manuelle Gautrand kann in ihrem Curriculum auch auf einen Aufenthalt in Österreich verweisen, im Studienjahr 2008/2009 leitete sie das Entwurfsstudio „aspern City“ für Masterstudenten an der TU Wien. Seit damals ist es ihrem Pariser Büro gelungen, eine Vielzahl von Projekten in Frankreich, aber auch im Ausland zu realisieren. Neben dem erst kürzlich fertiggestellten Sport- und Kulturzentrum in Saint-Louis machte sie in den vergangenen Wochen durch den Sieg des Wettbewerbs für das neue Gemeindezentrum in Parramatta, Australien, international auf sich aufmerksam.

Michael Koller im Gespräch mit Manuelle Gautrand

Schon bei Ihren frühen Projekten, wie beim Multiplex „Le Fellini“ in Villefontaine oder den Überdachungen der Autobahnmautstellen entlang der A16, kann man die Suche nach komplexen Formen und Strukturen sowie die gezielte Verwendung vielfältiger unterschiedlicher Materialien und Farben erkennen. Wie erklärt sich das?
Ich habe mich schon immer für vielschichtige und gemischte Raumprogramme interessiert und bin davon überzeugt, dass die Architektur eines Gebäudes diese Vielfalt auch ausdrücken sollte. Die Architektur eines Bauwerks sollte aber nicht nur das Raumprogramm widerspiegeln, sondern ein Art Echo des Ortes sein, an dem sie sich befindet: indem sie sich mehr oder weniger delikat in den Kontext einfügt oder mehr oder weniger stark mit diesem kontrastiert. Wie dem auch sei, Architektur muss den Ort aufwerten, ihn lebendiger machen und zu seiner Entwicklung beitragen.

Worauf ist das Aufbrechen der Volumen in kleinere Teile zurückzuführen?
Wir arbeiten in der Tat oft an Projekten, deren Programme große Volumen erfordern. Bei den meisten Bauvorhaben sind die Grundstücke aber sehr klein, liegen in einem dichten, heterogenen städtebaulichen Kontext oder befinden sich in einem Umfeld, in dem Bauten ganz unterschiedlicher Maßstäbe aufeinandertreffen. Dann versuchen wir, die Baukörper zu fragmentieren, einerseits, um sie in die Umgebung einzugliedern, und andererseits, um die verschiedenen Funktionen im Inneren erkennbar zu machen.

Auffallend ist vor allem Ihr Interesse an der Fassade. Es scheint so als wollten Sie mit der Gebäudehülle immer wieder die Größe der Bauvolumen optisch brechen.
Die Hülle eines Bauwerks repräsentiert für mich gewissermaßen die Schnittfläche und den Filter zwischen innen und außen: Sie ist die letzte Schicht des Projekts, die dieses von seiner unmittelbaren Umgebung trennt, dem städtebaulichen Kontext. Für mich hat die Hülle zwei wesentliche symbolische Funktionen: Sie muss einerseits die Geschichte des Innenraums erzählen, andererseits muss sie aber auch einen Dialog mit dem Kontext eingehen. Gerade aufgrund dieser Funktion als Filter zwischen innen und außen liebe ich es, an der Fassade eines Entwurfs besonders aufmerksam zu arbeiten. Je nach Situation versuche ich, diesen Filter mehr oder weniger offen, transparent, diskret oder überladen zu gestalten. Die Fassaden spielen daher eine zentrale Rolle in der Planung.

Es entsteht bei genauer Betrachtung Ihrer Projekte der Eindruck, als würden Sie die Außenhülle so konzipieren, um die Wahrnehmung des Bauwerks zu verändern und es in eine Art Skulptur zu verwandeln.
Die Konzentration auf die Fassade ist für mich ein Mittel, um mit Architektur in all ihren Maßstäben zu arbeiten: auf der einen Seite von der Distanz aus gesehen, also auf städtebaulicher Ebene, auf der anderen Seite auf einer kleinen, menschlichen Ebene, etwa aus der Position in unmittelbarer Nähe zum Objekt. Ein Entwurf muss mit den verschiedenen Wahrnehmungsmaßstäben arbeiten: Aus der Entfernung muss das Gebäude eine einfache, klare, beinahe skulpturale Form erzeugen, zum Teil der Skyline werden, während es aus der Nähe mit einem viel kleineren, einem menschlichen und taktilen Maßstab arbeiten muss. Dementsprechend müssen auch die Elemente an der Fassade – wie Farbe, Transparenz, Textur und Oberfläche etc. – aus der Entfernung betrachtet eine übergeordnete, deutlich ablesbare Vision ausdrücken, während sie aus der Nähe viel sensibler ausgearbeitet sein müssen und auch andere Emotionen und Assoziationen auslösen sollten.

Für mich gibt es nichts Schöneres, als ein baukulturelles Erbe durch zeitgenössische Architektur zur Geltung zu bringen und wieder zum Leben zu erwecken.

Der Bau und die Erweiterung des Theaters „Le Palace“ in Bethune ist wohl hierfür ein gutes Vorbild, oder?
Beim Theaterprojekt in Bethune wollte ich ganz bewusst zu den zwei verschiedenen Epochen, in denen das Ensemble entstanden ist, Stellung beziehen. Die Erweiterung, ein einfaches, schwarzes Volumen, musste ebenso wie der Bau des Theaters 1999 mit sehr geringen finanziellen Mitteln realisiert werden. Durch das Werk von Pierre Soulages wurde ich auf den Reichtum von Schwarz aufmerksam gemacht und auf dessen Kapazität, das Sonnenlicht zu absorbieren. Die Fassaden des Zubaus sind mit Metallplatten verkleidet, die gedreht zueinander montiert wurden, einmal matt, dann wieder glänzend. Durch diese Anordnung und den Wechsel zwischen matt und glänzend entstehen unterschiedliche optische Tiefen und der Effekt eines gewebten Stoffes.

Bei vielen Ihrer Projekte, ich denke hier vor allem an das erst kürzlich fertiggestellte, multifunktionale Sport- und Kulturzentrum in Saint-Louis, werden die Fassaden zu einer vielfältigen Dachlandschaft, als würden Sie keinen Unterschied zwischen Fassade und Dach machen.
Unter den verschiedenen Dachflächen verbergen sich die zwei großen und hohen Volumen der Sporthalle und des Festsaals, die für unterschiedliche Festivitäten und Ereignisse kombiniert genutzt werden können. Das Gebäude steht inmitten einer heterogen zusammengewürfelten Bebauungsstruktur zwischen Mehrfamilienhäusern, Industriegebäuden und kleinmaßstäblichen Reihen- und Einfamilienhäusern. Die Dächer sind nicht nur von oben, sondern auch von den umliegenden Straßen und vom großen Vorplatz aus sichtbar. Wir haben eine Dachlandschaft mit einfachen Pultdächern entwickelt, die schrittweise zur Mitte des Komplexes höher werden. Die Traufen an den Gebäuderändern haben wir hingegen so weit wie möglich nach unten gezogen. Aus der Nähe betrachtet wird dadurch der Bezug zu den umliegenden Häusern hergestellt. Zusätzlich konnten wir mit dieser Dachkonstruktion die verschiedenen technischen Apparaturen unter der Hülle verbergen. Die Aluminiumstreckgitter sind mit einem transparenten Lack mit Kupferpigmenten behandelt, die rostrote und leicht rosarote Farbtöne erzeugen, wodurch die schönen unregelmäßigen Farbschattierungen entstehen und die Plastizität des Ensembles weiter verstärkt wird.

Haben Sie eine Vorliebe für die Verwendung von Aluminium oder Metallen im Allgemeinen?
Nein auf keinen Fall, ganz im Gegenteil. Ich versuche immer unvoreingenommen an einen neuen Ort, an ein neues Projekt heranzugehen und einen Entwurf Schritt für Schritt zu entwickeln. Die Verwendung der Materialien entwickelt sich parallel dazu. Wir versuchen innerhalb des Büros immer neue Materialien zu entdecken und genießen es, damit zu arbeiten.

Woraus gewinnen Sie Ihre Inspiration? Haben Sie noch Meister, Vorbilder oder Bauwerke, die sie in Ihrer Arbeit beeinflussen?
Nein, eigentlich nicht. Natürlich trage ich ein baukulturelles Erbe in mir, aber meine Inspirationen kommen nicht unbedingt aus der Architektur, eher aus der Kunst, dem Besuch von Städten oder auch aus der Natur. Ich ziehe es vor, mich durch Dinge inspirieren zu lassen, die der Architektur eher fernliegen, um so eine noch persönlichere Architektursprache zu entwickeln und diese zu kultivieren. Ich empfinde keines meiner Projekte als eine Referenz an ein historisches Gebäude oder ein Baudenkmal, ich versuche vielmehr meine Gebäude immer in der Gegenwart zu verankern.

Was bedeutet das genau? Was kennzeichnet die zeitgenössische Architektur Ihrer Meinung nach?
Ich beobachte selbst, dass wir in einer Zeit und einer Epoche leben, in denen sich Dinge sehr schnell entwickeln, eine Zeit, die durch die Mobilität der Menschen gekennzeichnet ist. Es entsteht dadurch die Gefahr, dass Architektur schnell obsolet wird. Ich versuche ganz bewusst, eine Architektur zu entwerfen, die sich die Menschen aneignen und über die Jahrzehnte hinweg verändern können.

Der Architekt hat schon immer eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklung gespielt: An der Seite der Politik ist er extrem wertvoll, er bringt die Sichtweise des Praktikers und Humanisten ein, im Dienste der Stadt.

Aber führt das nicht automatisch zu einer auswechselbaren Architektur, zu Gebäuden ohne spezifischen Charakter?
Die Kunst liegt darin, eine Architektur mit starkem Charakter zu entwickeln, ohne dass dieser zum starren Korsett wird und zukünftige Entwicklungen nicht zulässt; eine sehr persönliche, beinahe künstlerische Architektur zu entwickeln, die auch sehr expressiv sein kann, die aber gleichzeitig ausreichend freizügig und intelligent ist, Nutzungsveränderungen zuzulassen ohne in der Form gefangen zu sein. Vor allem Kultureinrichtungen oder öffentliche Gebäude müssen etwas Typisches und Spezifisches an sich haben, da sie auf die eine oder andere Weise erkennbar und denkwürdig sein müssen. Die Bewohner müssen die Möglichkeit haben, sich das Bauwerk aneignen und sich mit ihm identifizieren zu können. Um das zu ermöglichen, muss die Architektur eine Geschichte erzählen.

Und wie sieht das beim Umbau von historischen Gebäuden wie dem Theater Gaîté Lyrique aus? Haben Sie eine bestimmte Vorgangsweise, um sich so einem Projekt anzunähern?
Ich versuche immer, einen klaren und eindeutigen Ansatz zu finden: Zum einen geht es mir darum, Respekt für den Bestand zu zeigen, einen Respekt, den ich erlernen, mir aneignen und zugänglich machen muss. Zum anderen geht es darum, den notwendigen Freiraum für eine zeitgenössische Intervention zu finden, die, ob respektvoll zurückhaltend oder gewagt, ein Projekt noch interessanter, funktioneller und schöner machen können. Für mich gibt es nichts Schöneres, als ein baukulturelles Erbe durch zeitgenössische Architektur zur Geltung zu bringen und wieder zum Leben zu erwecken. Diesen Dialog zwischen Alt und Neu finde ich sehr spannend. Die Aufwertung, der Um- und Ausbau des baukulturellen Erbes interessieren mich zunehmend mehr. Sie beinhalten einen sehr großen, konzeptuellen Reichtum. Gerade die Verflechtung zwischen Vergangenheit und Zukunft fasziniert mich, sie bildet den ganzen Reichtum einer Stadt und deren Fähigkeit, sich zu verändern und zu verwandeln.

Welche Aufgabe hat ein Architekt heute und in Zukunft, gerade was die Stadtentwicklung anbelangt?
Der Architekt hat schon immer eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklung gespielt: An der Seite der Politik ist er extrem wertvoll, er bringt die Sichtweise des Praktikers und Humanisten ein, im Dienste der Stadt. Angesichts des zum Teil extrem schnellen Wachstums bestimmter Städte ist die Vision des Architekten heute mehr als je zuvor unerlässlich. Der Architekt muss eine zentrale Rolle in der Entwicklung und im Wachstum der Städte einnehmen, muss aber auch helfen, anders zu bauen, für andere Nutzungen und Funktionen und einen anderen Lebensrhythmus. Die Architektur muss die Veränderungen unserer Gesellschaft und unsere neuen Lebensweisen begleiten und unterstützen. Heute verändern sich unsere Lebensweisen und unsere Wünsche sehr schnell. Die Architektur kann deshalb auch nicht statisch bleiben, sie muss sich überlegen, wie sie offener für Anpassungen werden kann, sie muss die Veränderungen antizipieren und sich überlegen, welche Kapazitäten sie besitzt. Wenn ihr das nicht gelingt, wird sie schnell veraltet und überflüssig.

Heißt das, dass sich die Architekten in Zukunft viel stärker mit städtebaulichen Aufgaben beschäftigen werden müssen als mit dem Bau von Gebäuden?
Ich glaube, dass die besten Städtebauer auch Architekten sind, die bereits Bauwerke realisiert haben und damit mit der Komplexität städtischer Gefüge zu tun gehabt haben. Es ist in unserer Berufssparte entscheidend, einen Blick, ein Gefühl und eine Vision sowohl für den kleinen als auch für den großen Maßstab, also für das einzelne Bauwerk ebenso wie für das urbane Geflecht, zu entwickeln. In meiner Vorstellung ist ein vollendeter Architekt jemand, der diese beiden Qualitäten miteinander in sich vereinen kann.

Gibt es einen Zeitpunkt, ab dem man als Planer nichts mehr lernen kann?
Nein, man lernt nie aus. Und jedes Projekt ist Anreiz, von vorne zu beginnen. Das ist ja gerade das Faszinierende an unserem Beruf: Kein Projekt ähnelt dem vorhergehenden, der Bauherr wechselt, die Aufgabenstellung ist neu, das Land ist ein anderes. Planen, Entwerfen und Realisieren ist mit stetigem Lernen verbunden, das ist eine permanente Herausforderung, sodass unser Beruf nie an Spannung verliert.


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