ATELIER KOLLER - Studienreise in die Niederlande - März 2012



Jeroen Bosch Ziekenhuis © EGM architecten


 
Studienreise Niederlande 2012
Michael Koller organisierte im Auftrag des französischen Universitätskrankenhauses Nantes (CHU-Nantes) Ende März 2012 eine zweitägige Studienreise in die Niederlande.

RAHMEN
Cécile Jaglin-Grimonprez trat im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Universitätskrankenhauses in Nantes mit der Anfrage zur Organisation einer Studienreise an Michael Koller heran.

Ziel der Reise war die Besichtigung richtungsweisender Krankenhäuser in den Niederlanden, die aufgrund ihrer Krankenbetreuung, der logistischen Einrichtungen, der Architektur und der organisatorischen und funktionellen Einbindung in ihre Umgebung Vorbildwirkung haben.

Michael Koller übernahm die Gesamtorganisation der Reise. Die zweitägig Exkursion für die 20 Abteilungsleiter aus den Bereichen der Administration, der Medizin, der Pflege und der Technischen Medizin führte von Amsterdam über Sittard und Maastricht nach Den Bosch und endete wiederum in Amsterdam.

Jeroen Bosch Ziekenhuis © EGM architecten

PROGRAMM
Die Schwerpunkte des Programms umfassten: Krankenhausmanagement und -logistik, Finanzierungsmodelle und die Patientenbetreuung zwischen ambulanter und stationärer Betreuung,sowie die räumliche Organisation und Verbindung der einzelnen Abteilungen. Nicht zuletzt spielten die Architektur, die Krankenhausausstattung, sowie der interkulturelle Austausch zwischen Frankreich und den Niederlanden eine zentrale Rolle.

Die Reise begann mit der Präsentation und einer umfassenden Führung durch das Orbis Medisch Centrum in Sittard. Nach einer Stadtführung und einem kulinarischen Abend in Maastricht stand am 2. Tag die Besichtigung des Krankenhauses Jeroen Bosch in Den Bosch durch die Direktion und den Architekten auf dem Programm. Auch hierbei stand der Erfahrungsaustausch zwischen den niederländischen und französischen Kollegen im Zentrum des Treffens.

Orbis Medisch Centrum © CHU Nantes

LEISTUNGSUMFANG
– die Detailplanung des Programms mit der Organisation von Treffen mit der Krankenhausdirektion, den Abteilungsleitern, sowie den Architekten.
– die Reiseleitung vor Ort mit Stadtführungen und spezifischen Erläuterungen zu den Regionen und Städten.
– die Gestaltung eines Reiseführers für die Teilnehmer, sowie Übersetzungen und Kostenberechnungen.
– die Organisation der Transportmittel, Hotels und Restaurantbesuche.

Orbis Medisch Centrum © CHU Nantes

DANKSAGUNG
Michael Koller möchte sich für das Vertrauen von Cécile Jaglin-Grimonprez vom CHU-Nantes und die Unterstützung von Cocky van Splunter-Abbink und von Jos Buijs bei der Organisation der Krankenhausbesichtigungen bedanken. Erst durch die Zusendung fach- und gebäudespezifischer Unterlage durch die Verwaltungsdirektoren, sowie die Zur-Verfügung-Stellung von Plan-, Text- und Bildmaterial der jeweiligen Bauwerke seitens der Architekten wurde die Reise möglich gemacht. Ein herzliches Dankeschön dafür.

Ein besonderer Dank gilt den AbteilungsleiterInnen und Architekten für die ausführlichen und detaillierten Erläuterungen zum Krankenhauswesen und die Führungen durch die beiden Krankenhäuser.

CHU-Nantes

FORUM - INTERVIEW - Atelier Thomas Pucher, Graz/AT


Thomas Pucher © Michael Gries

Ambitionierter Steirer
Eine Zentralschule in Amstetten, das neue LKH Salzburg, eine Musikakademie in Tallinn, ein Konzerthaus in Warschau, 54 Wohntürme in Tianjin – um nur einige der aktuellen Projekte aus dem Portfolio des Ateliers Thomas Pucher zu nennen – steigern die Neugier, wer sich hinter diesem jungen Atelier in der Steiermark verbirgt, wie derjenige es schafft, zu einem derart beeindruckenden Portfolio an internationalen Großprojekten zu kommen und diese auch planungs- und umsetzungstechnisch zu meistern.

Michael Koller im Gespräch mit Thomas Pucher


Wenn man deine Webseite ansieht, fällt sofort auf, dass du in den vergangenen Jahren sehr viele internationale Wettbewerbe gewonnen hast. Woher kommt diese Orientierung zum internationalen Markt?
Einer der Gründe, warum wir sehr wenig in der Region gebaut haben, ist, dass Graz und die Steiermark als Gesamtes, verglichen mit anderen Städten und Regionen in Westeuropa, eine extrem schwache Dynamik haben. Die Baukosten sind in Graz gleich hoch wie beispielsweise in Hamburg, die Mieterträge aber etwa nur die Hälfte. Die Mieterträge können auch nicht durch die geringeren Grundstückspreise wettgemacht werden.

Wie schlägt sich das in der Praxis nieder?
Dass wir, auch schon als ich noch Partner bei LOVE architecture and urbanism war, unglaublich viele Studien gemacht haben, die aber nie realisiert wurden, oder dass die Qualität der Ausführung sehr schlecht ist, einfach um Kosten zu sparen.

Das Bürogebäude am Nikolaiplatz ist also die rühmliche Ausnahme?
Auch hier dauerte alleine die Ausschreibungsphase zwei Jahre. Dazu kam, dass vor der Wirtschaftskrise die Stahlpreise so hoch waren, der Auftraggeber das Projekt zum Glück aber nicht in einer Billigvariante realisieren wollte. Deswegen haben wir das ganze Projekt ein Jahr später, während der Wirtschaftskrise, neu ausgeschrieben und konnten es letztlich so bauen, wie es von Anfang an geplant war. Es konnte also nur mit extremen Mühen und mit einem unglaublichen Einsatz und Zeitaufwand seitens des Auftraggebers und unsererseits umgesetzt werden.

Du leitest nach wie vor alle Projekte von Graz aus. Hast du nie überlegt, dein Büro zum Beispiel nach Wien zu verlegen?
Eigentlich bin ich in Graz ein bisschen hängengeblieben, denn anfänglich wollte ich immer weg von hier. Das habe ich auch fast geschafft, als ich für ein halbes Jahr in die Niederlande gegangen bin und dort gearbeitet habe. Letztlich habe ich mich aber dazu entschlossen, zurückzukommen und hier mein eigenes Büro aufzumachen. Der Vorteil von Graz als Bürostandort ist gerade diese Isoliertheit, die einen automatisch, wenn man so wie wir die Ambition hat, große Projekte zu realisieren, zu Projekten im Ausland drängt.

Kannst du vor allem die internationalen Projekte, von denen ihr ja nun eine ganze Menge habt, noch von hier aus managen?
Ja, weil man speziell während der Planungsphasen nicht ständig vor Ort sein muss. Bis zur Einreichung sind die Termine natürlich etwas dichter, während Besprechungen in der Ausführungsplanung kaum mehr nötig sind. Die Ausführung können wir bei den Auslandsprojekten ohnedies nicht machen, wohl aber die künstlerische Oberaufsicht. Das lässt sich, auch zu meiner eigenen Überraschung, ganz gut organisieren. Der Vorteil der Zurückgezogenheit von Graz ist natürlich, dass man nicht immer erreichbar sein kann und muss und sich dadurch sehr gut auf seine Arbeit konzentrieren kann.

Ihr habt in den vergangenen drei Jahren erstaunlich viele internationale Wettbewerbe für große Projekte gegen etablierte Büros gewonnen. Nicht zuletzt die Sinfonia Varsovia, wo ihr euch selbst gegen Zaha Hadid oder Nieto Sobejano durchgesetzt habt.
Genaugenommen haben wir seit dem Herbst 2010 fast alle großen Wettbewerbe, an denen wir teilgenommen haben, gewonnen, nicht jedoch die kleinen, aber das ist natürlich nur Zufall.

Was ist euer Geheimnis?
Durch die Konjunkturschwäche der Steiermark, in der es nie diesen Bauboom wie in den Niederlanden oder in Dänemark gegeben hat, haben wir gelernt, immer effizienter zu arbeiten, um die Kosten niedrig zu halten. Dadurch sind wir extrem scharf und produktiv geworden. Und das macht sich scheinbar in den vergangenen eineinhalb Jahren bezahlt.

Effizient heißt in diesem Fall?
Das Arbeiten in kleinen Teams, das Umsetzen von präzise und gut gefällten Entscheidungen. Bei uns werden alle Dinge immer wieder hart durchdiskutiert, wobei wir permanent versuchen prägnant und konzentriert zu bleiben. Darin sind wir mittlerweile sehr gut. Wir kommen bei einer Bauaufgabe sehr schnell auf den Punkt, wissen sehr schnell, worum es geht, wo das Potenzial eines Projekts liegt und wo man noch ein Stück weiter gehen kann.

Warum Atelier Thomas Pucher?
Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass die Bauherren das Vertrauen zu einer Person und zu einem Architekten suchen und nichts mit abstrakten Kürzeln verbinden können. Auch international gesehen, funktioniert das so. Fast alle bekannten, großen Büros tragen den Namen ihres Gründers. Es ist viel zu schwierig, die Architektennamen hinter diversen Kürzel zu eruieren. Selbst Atelier ist für die meisten Menschen international gesehen sehr schwierig einzuordnen, weil man letztlich nur in Frankreich wirklich etwas mit diesem Wort verbinden kann und dieses in Beziehung zu einem Architekten bringt.
Ihr werdet in der nahen Zukunft in Salzburg, in Warschau, in Tallinn, in Jeddah und in China bauen. Die Größe und die Distanz zu den Orten werden wohl eine gravierende Umstrukturierung eures Büros verlangen. Wie wirst du das angehen?
Wir sind gerade dabei, hier in Graz eine gute Bürostruktur aufzubauen, die für die anstehenden Großprojekte tragfähig ist und wachsen kann. Ich habe momentan rund fünfzehn Mitarbeiter, die ich selber noch gut betreuen kann. Meine Erfahrung zeigt, dass ich darüber hinaus Verantwortungen abgeben muss, wofür eben eine gute Struktur notwendig ist. Mein Ziel ist es natürlich, die Qualität im Entwurf als auch in der Umsetzung trotz des Wachstums zu halten. Für mich ist es ganz wichtig, dass ich das Design eines Projekts, im englischen Sinne des Wortes, als Entwurf, aber auch das Management des gesamten Prozesses nicht aus der Hand gebe.

Ist Wachstum für dich ein deklariertes Ziel?
Ich möchte auf jeden Fall große Projekte realisieren, weil ich darin für mich eine Herausforderung sehe, die sehr stimulierend ist. Bei Großprojekten lernt man mit komplexen Programmen und Strukturen umzugehen, was ich eben faszinierend finde. Wachstum des Büros ist eher eine Konsequenz, die sich daraus ergibt.

Du hast offensichtlich eine gute Hand für große Maßstäbe. Das ist ungewöhnlich für ein so junges Büro.
Am schwersten tue ich mich eigentlich mit einfachen Projekten, wenn keine große Komplexität in der Aufgabe steckt. Dann finde ich meist zu viele verschiedene Varianten, die alle auf ihre Art gut funktionieren. Bei den Großprojekten, die wir gewonnen haben, ließen die städtebaulichen Vorgaben oder die komplexen Programme auf den ersten Blick eigentlich keine Lösungen zu. Das beste Beispiel dafür ist das Konzerthaus in Warschau: ein parkartiges Grundstück mit fünf bestehenden, denkmalgeschützten Gebäuden, die zwar erhalten werden mussten, aber nicht die nötigen Volumina besaßen, um das gewünschte Programm unterzubringen. Unser Entwurf reagierte eben auf die Situation, indem der Neubau die Kulisse hinter den bestehenden Villen bildet, sie damit nochmals betont und dennoch aufgrund seiner Zurückhaltung die Neugierde und die Überraschung beim Besucher steigert.
Die Bebauung der Reininghausgründe in Graz sind ein großes und schon seit Jahren diskutiertes Projekt. Du hast auch hier die städteplanerische Oberleitung. Was ist deiner Meinung nach der Schlüssel, um mit solchen umfangreichen Stadtplanungsprojekten umgehen zu können?
Der Schlüssel ist, dass man maßstabslos denken kann. Man muss, egal ob es sich um ein Einfamilienhaus oder um einen Stadtteil handelt, eine Ordnungsstruktur in das Projekt hineinbringen. Beim Einfamilienhaus sind es wahrscheinlich zwölf Zimmer, während es bei einem Städtebauprojekt dann zwölf Stadtteile sind. Jeder ist in sich natürlich viel komplexer als ein einzelnes Zimmer. Entscheidend ist, große und komplexe Dinge zu vereinfachen und in einzelne Bereiche aufzuteilen, damit man sie miteinander verbinden und verschachteln kann. Herauszufinden, wie die Bereiche dann am besten funktionieren und wie man sie genau miteinander verbinden kann, ist natürlich ein längerer Prozess.

Sind für dich Architektur und Städtebau zwei völlig verschiedene Disziplinen?
Für mich ist Städtebau eigentlich nicht anders als Architektur, außer, dass die Dimensionen natürlich viel größer sind. Städtebau sehe ich vor allem völlig zweidimensional, während Architektur für mich dreidimensional ist. Natürlich bringen die Landschaft oder das Einfügen von höheren Elementen eine dritte Dimension hinein, aber eben nur sehr begrenzt. Architektur ist meiner Meinung nach bezüglich der möglichen Raumanordnungen viel leistungsfähiger und komplexer.

Die Darstellungsmethoden der beiden Disziplinen unterscheiden sich grundlegend voneinander, oder?
Städtebau wird fast ausschließlich über den Außenraum dargestellt, während die Häuser meist weiße Kuben bleiben. Ich glaube, dass die Qualität eines Gebäudes wesentlich mehr zum Funktionieren des Bereiches vor dem Gebäude beiträgt als nur der Zwischenraum, seine Konfiguration und seine Größe. Das Einzelgebäude spielt für die Qualität eines städtebaulichen Entwurfs eine ganz entscheidende Rolle. Deswegen finde ich die Trennung zwischen Architektur und Städtebau sehr unpassend und unlogisch. Das eine geht in das andere über.
Viele eurer Renderings wie zum Beispiel bei der Musikakademie in Tallinn, dem Efkon-Headquarter in Graz oder dem Konzerthaus in Warschau suggerieren große, begrünte Freiräume als Teile eures Entwurfs.
Landschafts- und Freiraumplanung faszinieren mich ungemein. Grünraum ist mittlerweile in all unseren Projekten ein zentraler Aspekt. Genau genommen geht es uns um die Schaffung öffentlicher oder halböffentlicher Räume, die aber per se nicht begrünt sein müssen. Wir versuchen diesen Plätzen, Gärten oder Parks immer eine spezielle Bedeutung zu geben, die die Atmosphäre und die Funktion des Gebäudes unterstreichen. Für uns können diese Außenräume aber auch nicht begehbar oder leer sein. Wir wollen die Natur auf unerwartete Weise wieder zurück in die Stadt holen.

Wie hat sich eure Architektursprache seit der Bürogründung vor sechs Jahren verändert?
Unsere Arbeitsweise und Architektursprache entwickeln sich zunehmend in Richtung einer Reduktion und Präzision und der Suche nach klaren Grundkonzepten. Je klarer, ruhiger und einfacher die Lösung von komplexen Bauaufgaben und Programmen ist, desto besser und stärker ist das Projekt. Alles weitere, die Details und technischen Lösungen etc., kann dann leichter von diesem Grundkonzept abgeleitet werden. Die Architektur und der Grad ihrer Reduktion definieren wir natürlich nicht im Vorhinein, sie ergibt sich vielmehr im Laufe der Projektentwicklung durch ein Raffinieren und Destillieren der Bauaufgabe und der Architektur.
Diese starke Reduktion birgt aber auch die Gefahr der Banalität in sich. Bei der Reduktion ist es meiner Auffassung nach entscheidend, Elemente zu finden, die die Strenge durchbrechen und damit dem gesamten Projekt seine Außergewöhnlichkeit verleihen und ihm eine neue Dimension zuschreiben, die der Benutzer oder Betrachter nicht erwartet hätte. Daraus entwickelt sich ein Reichtum und eine Spannung, die wir ganz bewusst suchen und die dem Projekt seine eigene Kraft geben. Das Kaufhaus Tirol von David Chipperfield ist für mich ein gutes Beispiel, wie weit man gehen kann, wie viel man weglassen kann. Es ist aber immer wieder aufregend herauszufinden, wie viel man bei einem Projekt weglassen muss und welche Details man präzisieren muss, bis es an der Spitze der Intensität angelangt ist.

LCDLA - PRÉSENTATION: NIOO-KNAW, Wageningen - Claus en Kaan Architecten



NIOO-KNAW © Rob Hoekstra

Sans papillon ni chaussette, l'Institut d'écologie de Claus en Kaan Architecten
Le 14 décembre dernier, Anka van Voorthuijsen, journaliste à ArchitectuurNL, mensuel spécialisé aux Pays-Bas, présentait les nouveaux locaux de l'Institut néerlandais pour l'écologie (NIOO-KNAW). S’il est question de laboratoire high-tech, les chaussettes en laine de mouton des premiers convertis ont laissé une empreinte durable, ne serait-ce qu’en creux. Claus en Kaan Architecten se joue des clichés.

LES RECHERCHES POUR ACCROITRE ET DEVELOPPER LA CONSTRUCTION DURABLE
L'Institut d'écologie de Claus en Kaan Architecten
Anka van Voorthuijsen | ArchitectuurNL | Pays-Bas
Adapté par: Michael Koller

WAGENINGEN - Les scientifiques de l'Institut néerlandais pour l'écologie (NIOO-KNAW) à Wageningen sont encore considérés par le monde extérieur comme des gauchistes pro-nature fanatiques se promenant avec des filets à papillons dans les prés. Certes, ce travail préliminaire est parfois nécessaire. Mais la recherche - comme la lutte contre les algues bleu-vert - a lieu essentiellement dans un laboratoire high-tech.

Avec ce nouveau bâtiment, le maître d'ouvrage veut d'abord clairement prendre ses distances avec l'image existante aux Pays-Bas de ces écolos porteurs de chaussettes en laine de mouton. Et, dans le même temps, il veut accroître et développer la construction durable grâce aux expériences dans et autour du bâtiment.

Claus en Kaan Architecten n'est pas connu comme un bureau dont les projets se proclament expressément durables, comme le sont, par exemple, les architectes Thomas Rau ou Kristinsson depuis déjà une dizaine d'années. Dans une phase préliminaire à la procédure de sélection, les architectes ont fait savoir qu'ils n'envisageaient certainement pas de concevoir une sorte de 'butte de terre' pour le NIOO. Le directeur, Louise Vet, n'était pas non plus à la recherche d'un aspect particulièrement organique, mais s'est montrée plutôt charmée par l'architecture distinguée, moderne et d'allure internationale.

NIOO-KNAW © Rob Hoekstra

Laboratoire high-tech
Le nouveau bâtiment de NIOO-KNAW se situe dans les alentours de Wageningen, au milieu des champs, au bord du campus en développement. L'Institut ne fait pas partie de l'université de Wageningen, mais est affiliée à la Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen (Académie royale néerlandaise des sciences).

Sur le côté de la route se trouve, derrière un étang, un pavillon de verre et de bois, presque suspendu dans la nature. Le bâtiment principal se compose de trois parties : à l'avant, le long de la route entre Wageningen et Ede, se trouvent les laboratoires, derrière une façade presque entièrement vitrée à travers laquelle entre la lumière naturelle, nécessaire pour le travail en laboratoire. La façade vitrée ombragée par des brise-soleil en bois est complètement fermée aux influences extérieures et forme ainsi un tampon pour le reste du bâtiment.

Un autre effet a été assez bien choisi pour faire oublier l'image de ces porteurs de chaussettes en laine de mouton : l'allure high-tech de la façade. Dans le centre du bâtiment se trouvent d'un côté les entrepôts et les locaux de stockage - qui n'ont pas besoin de lumière naturelle - et de l'autre trois patios qui amènent justement de la lumière dans la profondeur du bâtiment. Cela réduit l'utilisation de la lumière artificielle.

A l'arrière du bâtiment se trouvent les bureaux. Alors que la façade du côté de la route est presque entièrement vitrée, les architectes ont choisi d'utiliser du bois pour ces bureaux. Les employés peuvent régler eux-mêmes la ventilation en ouvrant les fenêtres.

Derrière le bâtiment principal se trouvent encore six dépendances. Ces six boîtes identiques en lambris créent de loin une image très sobre. Or, chacun a sa propre utilité : un entrepôt pour les outils, des volières (le NIOO fait aussi des recherches sur les oiseaux) ou encore des aquariums pour plantes d'eau.

Les critères de ventilation et d'hygiène pour ces postes de travail sont beaucoup moins stricts. C'est pour cette raison qu'ils ont pu être placés en-dehors du bâtiment principal. C'est mieux pour le type de travail qui se fait à cet endroit et où s'opèrent la livraison et l'enlèvement du matériel lourd.

Le terrain est délimité par des digues surplombées d'arbustes épineux : de loin, ceux-ci semblent inoffensifs, mais ils ont, si nécessaire, le même effet qu'une clôture de fils barbelés.

NIOO-KNAW © Rob Hoekstra

Des contraintes exigeantes qui limitent la construction durable
Une fois dans le bâtiment, l'oeil du visiteur est frappé par les sols en béton, ce matériau qui se combine si mal avec une construction durable en raison de son énorme production de CO2. Mais, face au coût de l'acier, l'utilisation du béton a été l'unique possibilité.

Le bâtiment loge beaucoup de laboratoires qui doivent satisfaire à des exigences constructives très spécifiques et qui se révèlent plus sévères que dans un immeuble de bureaux ordinaires. Ainsi, les laboratoires doivent éviter toute vibration, ce qui rendait l'utilisation de planchers en bois impossible. En outre, la température dans un laboratoire ne peut pas fluctuer.

Dans ces bâtiments, presque tous les appareils utilisent de l'électricité, d'où une consommation élevée. Le matériel de recherche se trouve dans des chambres noires climatisées, ce qui ne permet pas non plus d'économiser de l'énergie. L'installation de lumières LED n'est pas encore adaptée pour une utilisation dans un laboratoire.

Néanmoins, l'ambition du maître d'ouvrage était de construire, malgré toutes ces contraintes, un bâtiment le plus durable possible. Donc, il a choisi du béton avec beaucoup de débris granulés et du ciment de haut fourneau. Les planchers en béton ont été finalisés avec une résine époxydique.

On trouve aussi un toit végétalisé avec différents types de plantes. Ces plantes sont liées à des capteurs, afin de découvrir lesquelles isolent le mieux le bâtiment et lesquelles filtrent les poussières fines. De plus, 25m² de végétation humide produisent un courant faible.

NIOO-KNAW © Rob Hoekstra

Un bâtiment comme terrain d'expérimentation durable
Le bâtiment, ses toits et les jardins hébergent toutes sortes de nouvelles technologies et permettent des expériences inédites afin d'examiner quelles installations apporteront encore plus d'effet durable. Le bâtiment est à vrai dire un grand champ d'expérimentation, un lieu de recherche pour construire par la suite des bâtiments plus durables. Cela n'est qu'un début.

Le NIOO a voulu un circuit d'eau fermé, sans raccordement à l'égout, son propre compostage pour le traitement des déchets organiques et la purification d'eau locale par les algues. Or, avec ces exigences, aucun permis de construction n'aurait pu être obtenu. C'est pour cela qu'il y a, aujourd'hui, un raccordement à l'égout mais, à long terme, il ne sera plus utilisé.

Le stockage de la chaleur produite par les panneaux photovoltaïques a rencontré également des problèmes de permis. Mais, après un long processus de négociation, la province a finalement accepté l'expérience vu l'ambition de réaliser un bâtiment durable. On a utilisé essentiellement du bois venant de l'Europe du nord traité à la chaleur. Pour être conforme à la sécurité incendie, le bois du bâtiment principal a été imprégné.

Le processus de construction a été une recherche constante pour toutes les parties impliquées pour trouver des solutions techniques et constructives innovantes et adaptées. Suite à l'exigence du NIOO, on a ainsi utilisé 80% de mastic conventionnel en moins que d'habitude, estiment les architectes.

NIOO-KNAW © Rob Hoekstra


Chapeau en bois
Le plan urbanistique a exigé un bâtiment en hauteur au bout du campus. Mais le programme du NIOO a pu rentrer facilement sur une petite empreinte. Grâce aux six dépendances en bois situées à l'arrière du bâtiment principal, il n'a pas été nécessaire de construire plus de deux étages.

Pour atteindre malgré tout la hauteur prévue par le plan urbanistique, Claus en Kaan a mis un chapeau au bâtiment : au milieu de l'étage supérieur, se trouve un cube avec une façade entièrement en lamelles de bois. Ce dernier héberge les locaux techniques, l'auditorium et une cantine. 

La construction a été un apprentissage pour toutes les parties impliquées. Il faut naturellement encore attendre pour savoir ce que produiront finalement toutes ces expérimentations en faveur du développement d'un bâtiment durable dans et autour du bâtiment. Cet édifice prouve surtout que la durabilité peut être élégante, moderne et confortable.

Fiche technique
Maître d'oeuvre: Claus en Kaan Architecten

Chefs du projet: Felix Claus, Dick van Wageningen, Katrin Weber
Equipes: J. Gerrit Wessels, C. van Dijk, W. Tang, L. Schuitmaker, J. Webb
Maître d'ouvrage: KNAW, Amsterdam
Constructeur: Berghege, Oss
Consultant structure: ARUP Amsterdam
Consultant installations: DWA, Bodegraven
Bureau d'étude en acoustique: DGMR, Arnhem
Consultant direction du chantier: Archisupport, Amerongen
Consultant coûts de construction: Basalt Bouwadvies, Nieuwegein
Début des travaux: avril 2009
Livraison: janvier 2011
Surface brute: 14.000m²
Programme: laboratoires, bureaux et volières
Coût des travaux: 16.700.000€ incl. installations, excl. aménagement intérieur et TVA


Sans papillon ni chaussette, l'Institut d'écologie de Claus en Kaan Architecten
Felix Claus en Dick van Wageningen architecten
ArchitectuurNL 

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